Zürich – Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes hat ihre Einschätzung für die Schweizer Wirtschaft deutlich nach oben angepasst. Ausschlaggebend ist insbesondere die kräftige wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2026.
Im zweiten Quartal nahm das sportevent-bereinigte Bruttoinlandprodukt gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent zu. Das Wachstum war auf verschiedene Branchen und Nachfragekomponenten verteilt. Allerdings entfiel fast die Hälfte des BIP-Zuwachses auf die stark schwankende Wertschöpfung der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Gleichzeitig entwickelten sich die Exporte kräftig.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet die Expertengruppe deshalb eine gewisse Gegenbewegung. Das aussergewöhnlich starke zweite Quartal dürfte die zugrunde liegende Konjunkturdynamik teilweise überzeichnen.
Aussenhandel unterstützt das Wachstum
Für 2026 rechnet der Bund mit einem stärkeren Beitrag des Aussenhandels als noch bei der Prognose im Juni.
Als Faktoren nennt die Expertengruppe unter anderem die bisherige Wirtschaftsentwicklung, ein etwas günstigeres weltwirtschaftliches Umfeld sowie die jüngste Abwertung des Schweizer Frankens. Von der jüngsten Abwertung des Schweizer Frankens können insbesondere jene Teile der Exportwirtschaft profitieren, die stark auf Wechselkursbewegungen reagieren.
Auch die Binnennachfrage dürfte weiter moderat wachsen. Eine höhere Auslastung der Produktionskapazitäten unterstützt nach Einschätzung der Expertengruppe die Investitionen, während für den privaten Konsum ebenfalls ein moderates Wachstum erwartet wird.
Inflation bleibt bei prognostizierten 0,6 Prozent
Bei der Teuerung hat die Expertengruppe ihre Einschätzung nicht verändert.
Für 2026 und 2027 wird weiterhin mit einer durchschnittlichen Jahresteuerung von jeweils 0,6 Prozent gerechnet.
Auch die Prognose für den Arbeitsmarkt bleibt unverändert. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote dürfte 2026 bei 3,1 Prozent liegen und 2027 auf 3,0 Prozent zurückgehen.
HELP.CH zeigt aktuelle Entwicklung bei Firmengründungen
Ergänzend zu den gesamtwirtschaftlichen Konjunkturdaten lässt sich die Entwicklung der Schweizer Unternehmenslandschaft anhand der laufenden Handelsregisterpublikationen beobachten.
Die Tagesstatistik auf Firmenstatistik.ch, die von HELP.CH aufbereitet wird, weist für den jüngsten verfügbaren Publikationstag, den 17. September 2026, insgesamt 189 publizierte Firmengründungen aus. Am 16. September waren es 194, am 15. September 195 und am 14. September 174.
Firmenstatistik.ch zeigt diese Tageswerte in einer rollierenden Übersicht der jeweils letzten 20 Publikationstage. Die Daten werden aus öffentlichen Handelsregisterpublikationen sowie SHAB- und SECO- Quellen abgeleitet und von HELP.CH strukturiert aufbereitet.
Die Zahlen sind als laufende Auswertung der Handelsregisterpublikationen zu verstehen. Sie sind nicht mit anderen statistischen Definitionen von Unternehmensgründungen gleichzusetzen, da unterschiedliche Methoden, Stichtage und Abgrenzungen verwendet werden können.
Aktuelle Daten zu Firmengründungen, Mutationen, Löschungen und Gründungskapital stellt HELP.CH in seiner Schweizer Firmenstatistik bereit.
Konjunkturrisiken bleiben bestehen
Trotz der höheren Wachstumsprognose bleibt das internationale Umfeld mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.
Zu den Risiken zählt die Expertengruppe insbesondere den Konflikt im Mittleren Osten. Länger anhaltend hohe Erdölpreise könnten die Weltwirtschaft belasten und auch in der Schweiz zu einer höheren Inflation führen. Angesichts tiefer Speicherstände in Europa sind zudem weitere Preisanstiege beim Erdgas möglich.
Unsicherheit besteht weiterhin auch bei der internationalen Handelspolitik. Die Prognose geht technisch davon aus, dass die US-Importzölle im Wesentlichen auf dem aktuellen Niveau bleiben. Weitere Änderungen der US-Zollpolitik oder zusätzliche handelspolitische Massnahmen sind jedoch möglich.
Als weitere Risiken nennt die Expertengruppe mögliche Korrekturen an den Finanzmärkten, die hohe globale Verschuldung und gestiegene internationale Finanzierungskosten.
Wachstumsaussichten verbessert – Risiken bleiben
Die Anhebung der Wachstumsprognose für 2026 beruht wesentlich auf dem starken ersten Halbjahr. Für das kommende Jahr erwartet die Expertengruppe weiterhin ein Wachstum des sportevent-bereinigten BIP von 1,6 Prozent.
Unterstützung könnte 2027 insbesondere von einer stärkeren internationalen Nachfrage kommen. Dabei verweist die Prognose auch auf eine erwartete Erholung im europäischen Ausland und insbesondere in Deutschland.
Die weitere Entwicklung dürfte wesentlich davon abhängen, wie sich die geopolitische Lage, die Energiepreise und die internationale Handelspolitik entwickeln.
QuellePrimärquelle: Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes / Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Konjunkturprognose vom 17. September 2026.
SECO: Konjunkturprognose vom 17.09.2026
Ergänzende Unternehmensdaten: HELP.CH / Firmenstatistik.ch, laufende Auswertung der publizierten Firmengründungen in der Schweiz.
Firmenstatistik.ch: Firmengründungen pro Tag






