Die US-Notenbank hob daher ihren Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte auf 3,75 %–4 % an – die erste Anhebung seit 2023. Kevin Warsh begründete diese Entscheidung mit einer „zu hohen“ und anhaltenden Inflation, aber auch mit einer weiterhin soliden Wirtschaft, insbesondere aufgrund von Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz, sowie mit dem Risiko eines erneuten Energiedrucks im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen. Die Prognosen des FOMC deuten darauf hin, dass eine Mehrheit der Mitglieder bis Ende 2026 noch mindestens eine weitere Anhebung erwartet. Die Reaktion der Märkte fiel relativ verhalten aus; die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe kehrte unmittelbar nach der Entscheidung auf rund 4,97 % zurück. Der Arbeitsmarkt bleibt robust: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sank um 10’000 auf 196’000. Die US-Aktien schlossen die Woche uneinheitlich ab: Der S&P 500 blieb nahezu stabil, während der Nasdaq um 0,4 % zulegte, getragen von Technologie- und Halbleiterwerten.
Die japanische Notenbank hat am Freitag ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 % angehoben – ein 31-Jahres-Hoch. Diese Entscheidung bestätigt die schrittweise Normalisierung der japanischen Geldpolitik angesichts einer anhaltenden Inflationsrate im Inland (+1,7 % im August) und der Schwäche des Yen. Die Zinserhöhung führte jedoch nicht zu einer Aufwertung des Yen.
Der Anstieg der Renditen und die mit den Energiepreisen verbundenen Inflationsrisiken belasteten die europäischen Aktien. Die deutschen Erzeugerpreise stiegen im August im Jahresvergleich um 4,6 % und bestätigten damit den Druck durch die Energiekosten. Die EZB, die ihre Zinsen bereits angehoben hatte, schlug einen vorsichtigen Ton an: Ihr Vizepräsident Boris Vujcic betonte, dass die künftige Zinsentwicklung nicht allein von den Energiepreisen bestimmt werden könne, sondern dass auch Wachstum und Konsum berücksichtigt werden müssten.
Obwohl eine Beibehaltung des Leitzinses bei 0 % erwartet wird, wird die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um 25 Basispunkte bis Dezember nun auf 50 % geschätzt. Diese Entwicklung stützt sich auf ein robustes Wachstum: Das BIP stieg im zweiten Quartal um 1,5 %, und die Prognosen für 2026 wurden auf 1,7 % angehoben (gegenüber 0,9 % im Juni). Die Zinsdifferenz (d. h. die Straffung der Geldpolitik durch die Fed und die EZB) verschafft der SNB nun Spielraum, ihre Zinsen anzuheben, ohne eine übermässige Aufwertung des Frankens zu verursachen, und so das Risiko einer importierten Inflation zu begrenzen.
Die kommende Woche wird geprägt sein vom chinesisch-amerikanischen Gipfel, dem Beschluss der SNB am 24. September, den vorläufigen PMI-Daten für September in den USA und weiterhin von den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten.






